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Der schmerzhafte Rosenkranz
1. Geheimnis: Jesus, der für
uns Blut geschwitzt hat
Lk 22, 39-46:
Dann verließ
Jesus die Stadt und ging, wie er es gewohnt war, zum Ölberg; seine
Jünger folgten ihm. Als er dort war, sagte er zu ihnen: Betet darum,
daß ihr nicht in Versuchung geratet! Dann entfernte er sich von
ihnen ungefähr einen Steinwurf weit, kniete nieder und betete: Vater,
wenn du willst, nimm diesen Kelch von mir! Aber nicht mein, sondern dein
Wille soll geschehen. Da erschien ihm ein Engel vom Himmel und gab ihm
(neue) Kraft. Und er betete in seiner Angst noch inständiger, und
sein Schweiß war wie Blut, das auf die Erde tropfte. Nach dem Gebet
stand er auf, ging zu den Jüngern zurück und fand sie schlafend;
denn sie waren vor Kummer erschöpft. Da sagte er zu ihnen: Wie könnt
ihr schlafen? Steht auf und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet.
Jesus ringt mit der Todesangst; er ist ja auch wahrer Mensch. Zwar wird
ihm die Angst nicht genommen, aber er kann sie betend durchstehen. Die
Ölberg-Szene ist eine dringende Aufforderung zum Gebet, besonders,
wenn das Leid zur Versuchung wird, das Vertrauen auf Gott zu verlieren;
doch schon den alltäglichen Versuchungen sollte man durch Gebet widerstehen.
Ernstnehmen
der letzten Vaterunser-Bitte: "Führe uns nicht in Versuchung".
1
Fürbitte für diejenigen, die unter Ängsten (Depressionen),
besonders der Todesangst, leiden.
1Die Formulierung dieser
Bitte ist mißverständlich: nicht Gott führt in Versuchung,
sondern er wird gebeten, uns in der Versuchung beizustehen.
2. Geheimnis:
Jesus, der für uns gegeißelt worden ist
Mk 15, 15; Lk 6,
27-29a:
Darauf ließ
Pilatus, um die Menge zufriedenzustellen, Barrabas frei und gab den Befehl,
Jesus zu geißeln und zu kreuzigen.
Euch, die ihr mir zuhört, sage ich: Liebt eure Feinde; tut denen
Gutes, die euch hassen. Segnet die, die euch verfluchen; betet für
die, die euch mißhandeln. Dem, der dich auf die eine Wange schlägt,
halt auch die andere hin.
Oft waren die Lederriemen mit Bleikugeln und Schafknöchelchen versehen,
die die gegeißelten Körperstellen völlig wundschlugen,
ja manchmal brach man bei der Geißelung den Opfern Schlüsselbein
oder Rückenwirbel. "Sie waren von Geißeln zerfleischt,
daß es dem Henker davor ekelte. Bei manchem waren die Eingeweide
im Leib zu sehen." So wurde die furchtbare Tortur der Geißelung
beschrieben.
Jesus an der Geißelsäule: Vorbild der Geduld und Feindesliebe.
Tägliches
Gebet für die Feinde.
Bitte um Geduld im Leid und mit den Mitmenschen.
3. Geheimnis:
Jesus, der für uns mit Dornen gekrönt worden ist
Mt 27, 27-31a:
Da nahmen
die Soldaten des Statthalters Jesus, führten ihn in das Prätorium,
das Amtsgebäude des Statthalters, und versammelten die ganze Kohorte
um ihn. Sie zogen ihn aus und legten ihm einen purpurroten Mantel um.
Dann flochetn sie einen Kranz aus Dornen; den setzten sie ihm auf und
gaben ihm einen Stock in die rechte Hand. Sie fielen vor ihm auf die Knie
und verhöhnten ihn, indem sie riefen: Heil dir, König der Juden!
Und sie spuckten ihn an, nahmen ihm den Stock wieder weg und schlugen
ihm damit auf den Kopf. Nachdem sie so ihren Spott mit ihm getrieben hatten,
nahmen sie ihm den Mantel ab und zogen ihm seine eigenen Kleider wieder
an.
Jesus als Spottfigur: einen verblichenen roten Soldatenmantel um die wunden
Schultern, eine Dornenkrone auf dem Kopf, ein Rohr in den Händen.
Die Soldaten beugen zum Hohn die Knie, schlagen Jesus mit dem Rohr aufs
Haupt und spucken ihm ins Gesicht: "Sei gegrüßt, König
der Juden!" Diese Szene macht deutlich, was das ganze Leben Jesu
war: eine unbegreifliche Erniedrigung. "Er
erniedrigte sich und wurde gehorsam bis zum Tod
"
(Phil 2, 8).
Verspottung Jesu heute: durch ungerechte
und lieblose Kritik an der Kirche; durch Gedankenlosigkeit und Unglauben
dem Allerheiligsten Sakrament gegenüber.
Verspottung Jesu heute: durch jede Form der Herabsetzung des Menschen.
4. Geheimnis:
Jesus, de für uns das schwere Kreuz getragen hat
Mt 27, 31b-33:
Dann führten
sie Jesus hinaus, um ihn zu kreuzigen. Auf dem Weg trafen sie einen Mann
aus Zyrene namens Simon; ihn zwangen sie, Jesus das Kreuz zu tragen.
Der Kreuzweg war zwar nur etwa 300 Meter lang, aber Jesus war von den
vorangegangenen Martern so erschöpft, daß die Soldaten Simon
von Zyrene zwingen mußten, Jesus das Kreuz abzunehmen. Wirkliche
Gemeinschaft mit Jesus kann man nur haben, wenn man - wie Simon - das
Kreuz aufnimmt: "Wer nicht sein Kreuz
auf sich nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht würdig."
(Mt 10, 38) Jesus konnte sein Kreuz nicht allein tragen. Wieviel mehr
brauchen die Menschen die Hilfe anderer.
Bereitschaft, Kreuzträgern zu
helfen. (Wir könnten an Menschen unserer Umgebung denken, aber auch
an die verschiedenen weltweiten Nöte wie Hunger, Verfolgung, Krieg,
Unterdrückung
)
Bereitschaft, das eigene tägliche Kreuz anzunehmen.
5. Geheimnis:
Jesus, der für uns gekreuzigt worden ist
Mt 27, 45-50:
Von der sechsten
bis zur neunten Stunde herrschte eine Finsternis im ganzen Land. Um die
neunte Stunde rief Jesus laut: Eli, eli, lema sabachtani?, das heißt:
Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Einige von denen,
die dabeistanden und es hörten, sagten: Er ruft nach Elija. Sogleich
lief einer von ihnen hin, tauchte einen Schwamm in Essig, steckte ihn
auf einen Stock und gab Jesus zu trinken. Die anderen aber sagten: Laß
doch, wir wollen sehen, ob Elija kommt und ihm hilft. Jesus aber schrie
noch einmal laut auf. Dann hauchte er seinen Geist aus.
Die Kreuzigung war die grausamste und schändlichste Hinrichtungsart,
die das Altertum kannte. Zunächst wurden die Hände am Querbalken
angenagelt: Die großen Nägel wurden durch die Handwurzel getrieben,
Blut quoll aus den Wunden, ein Zittern ging durch den gemarterten Leib.
Dann wurde Jesus mittels des Querbalkens am eingerammten Kreuzespfahl
hochgezogen, die Füße wurden angenagelt. Nun hing der Gekreuzigte
zwischen Himmel und Erde. Um den Preis schrecklicher Zerreißungen
versuchte er, sich auf den Füßen afzurichten, um atmen zu können.
Dazu kam - bedingt durch den großen Blutverlust und die Hitze -
ein entsetzlicher Durst. Allmählich ließ die Spannkraft nach,
der Körper sank zusammen und färbte sich bläulich, immer
schwerer wurde das Atmen, bis endlich der Erstickungstod eintrat.
Betrachtung
des furchtbaren Kreuzestodes Jesu, "der
mich geliebt und sich für mich hingegeben hat."
(vgl. Gal 2, 20)
Gläubige Teilnahme an der Eucharistiefeier, denn "die
Gegenwart Jesu Christi in der Eucharistie bedeutet
nicht nur die
Gegenwart seiner Person, sondern auch die Gegenwärtigsetzung seines
Kreuzesopfers."
Freitagsopfer im Gedenken an den Todestag Jesu.
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